2020 habe ich im Zuge eines Workshops bei der Bonsaiwerkstatt Werner Busch eine Lärche gekauft. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie viele Lärchenrohlinge auf dem Feld stehen. Der schöne Schwung im Stamm und die Verjüngung brachten mich dazu die hier dargestellte Pflanze zu nehmen,
Im Zuge der ersten Gestaltung entschied ich mich dazu, dass ich die unteren Äste nicht benötige. Die unteren starken Äste arbeitete ich zu Jins heraus.
Man erkennt hier bereits die Herausforderung, die der Baum so mit sich bringt. Die Äste sind im oberen Bereich auf der selben Höhe angesetzt.
In den kommenden Jahren hatte ich vor allem an den Ästen gearbeitet. Durch Rückschnitt und Drahten entwickelten sich die Äste langsam zu Polster. Leider fehlen hier gute Bilder.
Im Zuge der Gestaltung hatte ich den untersten Ast entfernt und ein Shari stehen lassen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich eine stark geneigte Form geplant.
Im Zuge einer Gestaltung am Baum entschied ich mich schlussendlich die Lärche als frei aufrecht zu gestalten und passte bereits im Plastiktopf den Winkel an. 2024 bekam sie dann ihre erste Schale.
Man sieht, dass die Lärche einen eindeutig zu schweren Kronenbereich hat, was im belaubten Zustand noch deutlicher zu erkennen ist.
Im Frühjahr 2026 hatte ich nun die Pflanze noch einmal bearbeitet. Der Pflanzwinkel wurde leicht korrigiert und die Krone stark ausgelichtet. Die Äste wurden leicht in der Stellung korrigiert. Es bleibt für die kommenden Jahre aber noch zu entscheiden, ob der unterste Ast erhalten oder doch entfernt wird.
In einem der Bücher über Bonsai, das denke ich fast jeder schon einmal in der Hand gehabt hatte, Horst Stahl – Bonsai vom Grundkurs zum Meister fällt der Satz: „Die Begriffe Baum und Wald gehören im Bewußtsein vieler Menschen untrennbar zusammen. Es ist daher natürlich, daß auch die Waldform zu den Grundstilarten der Bonsai-Gestaltung gehört.“ Peter Chan ging in seinem Buch Bonsai the art of growing and keeping miniature trees noch weiter und beschrieb Gruppenpflanzungen als “ […] one of the most natural loking of bonsai styles.“
Wenn man hin und wieder in Büchern blättert, fallen einem solche Zitate ins Auge und oft stimmen sie. Seit meinen ersten Versuchen mit Bonsai bin ich auch immer wieder über Gruppen und Waldpflanzungen gestolpert. Ich fand sie immer schon toll. Sie wirken real, lebendig, zum Teil sucht man das Miniatur Reh zwischen den Stämmen oder den Vogel in den Kronen der Bäume.
Man kann hier mit einfachem Ausgangsmaterial für wenig Geld mit einfachen Techniken ein tolles Ergebnis erziehlen. Man hat die Möglichkeit von lockeren kleinen Grüppchen bis hin zu dichten Wäldern alles zu kreieren was man sich vorstellen kann und das mit einfachem Material. Limitiert wird alles nur durch den Platz den man in seiner Schale hat.
Ich hatte mir im Herbst 2019 20 junge Lärchen gekauft und sie zunächst in einen Pflanzcontainer gestellt. Auch wenn man von Anfang an Spaß an einer solchen Pflanzung hat und sie sehr schnell schön aussehen, muss man hier auch auf einiges achten.
Hier eines der frühesten Bilder meiner Waldpflanzung. Das sollte im frühen 2020 noch vor dem Austrieb gewesen sein. Man sieht hier, dass die Form des Waldes eher an einen Nutzwald erinnert. Die Bäume stehen in reihen hintereinander. Der freie Platz zwischen den beiden Gruppen lässt einen Weg für Arbeitsgerät erahnen. Überspitzt dargestellt könnte die Harvester dort fahren.
Dieses Bild hat sich bei mir sehr schnell entwickelt gehabt und ich hatte deswegen weitere Lärchen besorgt um die Pflanzung zu ergänzen und zu verbessern.
Nachdem ich eine Schale für die Gruppe gefunden hatte habe ich im Frühjahr 2022 die Bäume vom Container in die Schale gesetzt und sie um weitere Bäum ergänzt. Durch die dichtere Stellung und das Wegfallen der unnatürlich wirkenden Freifläche bei der Pflanzung wirkt die Gruppe deutlich besser. Jedoch blieb so immer noch das Problem, dass die Bäume aufgrund der Anordnung sowie des deutlich zu erkennenden ähnlichen Alters (gleiche Höhe, Durchmesser und Reife) immer noch das Bild eines Nutzwaldes erwecken.
Hier habe ich direkt ein Problem bei meiner Gestaltung gefunden. Ein Wald ist nicht homogen. Normalerweise setzt sich der natürlich gewachsene Wald aus den unterschiedlichsten Altern der Bäume zusammen. Und hier liegt das Problem wenn man mit gleichalten Jungpflanzen eine Waldpflanzung beginnt. Deswegen werden Waldpflanzungen oft mit bereits älteren Bäumen gemacht. Alte Bäume, die nicht als Bonsai verwendet werden können, dienen als Hauptbaum für die Pflanzung und werden dann durch weitere Bäume unterschiedlichen Alters ergänzt. Somit erreicht man direkt eine Gruppe, die aus Bäumen unterschiedlicher Größe, Dicke und Reife bestehen. Man kann bei der Erstgestaltung direkt das Bild eines glaubwürdigen Waldes kreieren.
Bei einer Gestaltung mit in etwa gleichaltrigen Jungpflanzen muss man daher versuchen über Gestaltung das Bild mit den Jahren zu erschaffen.
Im letzten Herbst hatte ich daher noch einmal die Struktur meines Waldes überarbeitet. So sah die Pflanzung nach 3 Vegetationsperioden in der Schale aus.
Das Bild zeigt zwar den Gewinn von Reife, leider bleibt trotz allem immer noch das Bild eines Nutzwaldes bestehen. Ähnlich alt wirkende Bäume sind mehr oder weniger in Reihe gepflanz.
Bei der Umgestaltung habe ich zunächst die Position des Hauptbaums geändert. Die weiteren Bäume wurden dichter aneinander gesetzt. Wichtig war auch, dass hier auch die Abstände unterschiedlich gewählt wurden. Der Leerraum zwischen den beiden vorderen Gruppen hat einen natürlichen Verlauf und eine kleine Gruppe am hinteren Ende des Leerraums soll für mehr Tiefe sorgen.
Nach dem ersten Austrieb in dieser Saison sieht man schon, dass die Pflanzung deutlich mehr an einen natürlichen Wald erinnert.
Jetzt hat die Pflanzung Zeit bis zum Sommer frei zu wachsen.
Im April mit dem schönen warmen Wetter der letzten Wochen beginnt nun langsam die neue Saison für die Bäume.
Ich habe die Gelegenheit genutzt um mit dem „Saison-Start“ auch meinen eigenen Blog über das tolle Hobby Bonsai zu beginnen. Bisher habe ich die Entwicklung meiner Bäume nur mit Bildern festgehalten. Mein Ziel mit dem Blog ist es auch hier die Entwicklung einzelner Bäume festzuhalten.
Aktuell habe ich sowohl noch junge Prebonsai als auch reifere Bonsai in meiner Pflege. Dieser Beitrag befasst sich mit einem kurzen Überblick über meine Fächerahorne im Austrieb 2025.
Ein neues Projekt, was ich frisch in der letzten Woche gekauft hatte ist dieser junge Acer p. Pygmy Dwarf. Ich habe die Pflanze bisher nur in diese Schale umgetopft und die unteren Äste ein wenig nach unten gedrahtet. Im Sommer werde ich den Baum zurück schneiden.
Ein weiteres noch recht junges Projekt ist dieser Mehrfachstamm. Vor 5 Jahren in etwa hatte ich diese Gruppe gekauft. Mittlerweile ist der Wurzelballen komplett zusammen gewachsen.
Bei diesen beiden Bäumen möchte ich nun schauen, dass sie in 10 Jahren – also 2035 – reife Pflanzen darstellen.
Neben diesen jungen Pflanzen freue ich mich besonders bei den älteren Bäumen über den Beginn des Austriebs. In diesem Jahr werde ich zunächst die Pflanzen austreiben lassen und sie nach und nach zurück schneiden und nötige Korrekturen vornehmen.
Bei diesem Ahorn versuche ich zusätzlich noch mit Jungpflanzen den Wurzelfuß zu verbessern. Leider hat der Baum auf der Rückseite gar keine Wurzeln, wodurch ich bisher immer einen Stein dort liegen hatte.
Im Sommer werde ich über die Bäume ein Update geben.